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"Wir befinden uns nicht auf neutralem Boden, durch unsere Arbeit machen wir deutlich, daß es Anliegen gibt, die kommerziell nicht abgedeckt werden können. Ich betrachte daher öffentliche Bibliotheken nicht als Dienstleistungsunternehmen. Sie sind eher "öffentliche Räume", in denen sich ein "öffentliches (gesellschaftliches) Anliegen" äußert."

Selbstverständlich bietet die Stadtbücherei Nordenham Dienstleistungen an, selbstverständlich arbeitet sie markt-, das heißt nachfrageorientiert. Aber sie begreift sich nicht als Unternehmen, obwohl wir versuchen möglichst wirtschaftlich mit unseren begrenzten Ressourcen umzugehen.

Die Stadtbücherei ist nicht einfach nur ein Anbieter im Freizeit-, Kultur- und Bildungsbereich Nordenhams, sondern versucht gestaltend dort initiativ zu werden, wo Problemlagen in der Gemeinde deutlich werden.

Die Stadtbücherei Nordenham arbeitet gemeinwesenorientiert und setzt dabei auf Kooperation mit Vereinen und Institutionen.

Wir erleben die Modernisierung einer Industriegesellschaft zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Medienkompetenz ist zu einem Schlüsselbegriff geworden. Medienpädagogik ist zu einem wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit geworden. Auch die Modernisierungsverlierer müssen dabei in den Blick genommen werden.

Unser Kommunikationskonzept lässt sich auf die Formel bringen:
wir kommunizieren unsere Anliegen.

Bei Veranstaltungen und Führungen bemühen wir uns um einen lustbetonten Ansatz. Wir arbeiten gerne mit spielpädagogischen Mitteln.

Die Stadtbücherei Nordenham ist organisatorisch eine schlanke Bibliothek. Die Betriebsabläufe sind weitgehend rationalisiert. Der Schwerpunkt liegt bei Aktivitäten, die den Benutzern unmittelbar zugute kommen. Die benutzerfreundliche Präsentation hat Vorrang vor der Aussagekraft der Kataloge. Wir arbeiten im Nahbereich und bei Kinder- und Jugendmedien mit eigens entwickelten Bildersignaturen. Wir fühlen uns einer Kultur der Kooperation verpflichtet. Die Stadtbücherei Nordenham hat sich immer bemüht, die Ergebnisse ihrer Arbeit auch anderen Bibliotheken zugänglich zu machen.

Gemeinwesenorientierung

Nordenham ist eine kleine Industriestadt an der Wesermündung mit einer stagnierenden Einwohnerzahl (2005: 28 000). Der Schwerpunkt der Beschäftigung liegt einseitig im Bereich der gewerblichen Wirtschaft. Allein ein Viertel aller Arbeitnehmer der Stadt arbeiten in einem Zweigbetrieb der Airbusfertigung. Das Gymnasium (unten) aus der Luft. Das Logo markiert den Eingangsbereich zur Stadtbücherei.

Die Arbeitslosigkeit liegt seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt, wobei der Anteil der Dauerarbeitslosen bei 45 % liegt. Die Stadt zieht sich über 20 Kilometer am linken Weserufer hin. Die Bibliothek liegt in der Ortsmitte, wo etwa die Hälfte der Einwohner leben. Der Abstand der nördlichen und südlichen Ortsteile vom Zentrum beträgt bis zu 10 km.

Trotz dieser eher ungünstigen Rahmenbedingungen verfügt Nordenham über ein reiches Kulturleben. Die Stadt beherbergt zum Beispiel nicht nur die zweitgrößte Goethe-Gesellschaft Deutschlands, die ein anspruchsvolles Wort- und Kammermusikprogramm anbietet, sondern auch einen sehr aktiven Kunstverein und mit dem Rüstringer Heimatbund einen der potentesten Heimatvereine Niedersachsens. In der "Stadthalle Friedeburg" finden Theateraufführungen umliegender Bühnen statt. Die "Jahnhalle" bietet Kleinkunst und ein Forum für lokale Musikgruppen.

Für die Stadtbücherei war es nie ganz einfach, sich in diesem Umfeld als Kulturträger und Anbieter von Veranstaltungen zu positionieren. Auch hier setzen wir auf Kooperation. Vor zwei Jahren wurde unter unserer Beteiligung der Verein „LiteraturPlus“ gegründet, der inzwischen gut etabliert ist. Der Programmkoordinator ist Mitarbeiter der Stadtbücherei.

Eine weitere Nische haben erfolgreich besetzt: Vortragsveranstaltungen zu Themen der Ratgeberliteratur mit dem Schwerpunkt Erziehung und Gesundheit, auch hier in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem hiesigen Kinderschutzbund.

Aus dieser Zusammenarbeit folgte, dass wir vor Jahren ganz selbstverständlich eingeladen wurden, am neu gegründeten Präventionsrat teilzunehmen. Der Büchereileiter war auch Verwaltungsvertreter im Lokalen-Agenda-Prozeß der Stadt im Bereich Kultur. In zweijähriger Arbeit wurde eine Fülle von Vorschlägen erarbeitet, die gegenwärtig von Rat und Verwaltung auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.

Als Folge dieser vielfältigen Einbindung ist die Stadtbücherei heute ein gefragter Partner von Vereinen und Institutionen. Dies kommt auch unserer eigenen Veranstaltungsarbeit zugute.

Um die interessierten Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt in den Prozeß der Weiterentwicklung der Bibliotheksarbeit einzubeziehen, veranstalteten wir im Mai 1996 eine offene Zukunftswerkstatt.

Als Ergebnis stellte sich heraus, dass von der Stadtbücherei Anstrengungen in Richtung Leseförderung abverlangt wurden. An der Bibliothek als Knotenpunkt der Datenautobahn war niemand interessiert.

Dennoch bietet die Stadtbücherei Nordenham inzwischen mit sieben öffentlichen Internetplätzen mehr Zugänge an als manche Großstadtbibliothek. Wir kamen in den Genuß der "Großen Medienecke" des D21-Programmes.

Schwerpunkte unserer Arbeit sind daher Leseförderung und Medienpädagogik.


Medienpädagogik

Eine unmittelbare Konsequenz der Zukunftswerkstatt war die Gründung eines "Arbeitskreises Leseförderung", an dem auch etliche Lehrkräfte beteiligt waren. Der "AKL" arbeitete ein Jahr und ging dann in einer Arbeitsgruppe auf, die anläßlich der Beteiligung der Stadtbücherei an dem niedersächsischen Projekt "Schule und öffentliche Bibliothek - Neue Wege der Zusammenarbeit" (1997-2001) gebildet worden war.

Wir erwarteten viel von diesem Projekt, insbesondere erhofften wir eine Verstetigung der Zusammenarbeit mit Schulen, auf die Etablierung eines verbindlichen Kooperations-Curriculums.
Wir mußten allerdings feststellen, dass die Schulen nicht in der Lage waren, sich auf eine Zusammenarbeit im Sinne des gleichgewichtigen Gebens und Nehmens einzulassen. Unsere Angebote wurden und werden gerne angenommen. Unser Wunsch gemeinsam neue Wege der Leseförderung zu entwickeln und zu erproben erfüllte sich bisher nicht.

Wir haben das Beste daraus gemacht und unsere Angebote für Schulen optimiert. Dazu gehören nicht nur Standardaktivitäten wie Bücherkisten und Bibliotheksführungen, sondern auch die Ausbildung von "Informationstutoren" und Lehrerfortbildungen. Bei Büchereiübernachtungen und Projektnachmittagen erproben wir darüberhinaus neue Aktionsformen. Wir arbeiten dabei möglichst professionell. Der Bibliothekar macht aus diesem Grund z.Zt. eine berufsbegleitende Ausbildung zum Spielpädagogen.

Gegenwärtig bieten wir speziell den Kindergärten ein Veranstaltungspaket zum Thema "Vorlesen" an, bestehend aus einer Mini-Fortbildung bei einer Dienstbesprechung, einer exemplarischen Vorlese-Aktion und einem Elternabend. Das Vorlesen ist für die Erzieherinnen meistens nur eine Nischentätigkeit. Es geht uns darum, einen Raum für die regelmäßige konzentrierte Begegnung mit gestalteter Sprache und bedeutungsvollen Bildern zu schaffen. Die Eltern sollen ermutigt werden, im Vorlesen die Möglichkeit einer zärtlichen und ruhigen Nähe zu ihren Kindern zu genießen. Im Jahr 2005 wurden alle Kindergärten mit Kamishibais (japanisches Mini-Theater) ausgestattet. Die Bücherei hält 20 Bilderbuchsätze zur Ausleihe vor.


Kommunikationskonzept

Wir kommunizieren (durch) unsere Anliegen. Eine Werbung a là "In der Bücherei ist was los..." ist in Zeiten der attention economy obsolet. Teure mehrfarbige Hochglanz-Folder passen nicht in die fiskalische Landschaft.

Wir versuchen daher öffentliche Aufmerksamkeit durch Aktionen und Aktionsformen zu erlangen, die unsere Hauptanliegen Medienpädagogik und Spaß mit Büchern transportieren.

Logo der Turn-Off weekIm den Anlagen sind zwei Großaktionen des letzten Jahres dokumentiert:

  • Die "Woche ohne Fernsehen" (23.04 - 29.04.2001, 2005 wiederholt), eine deutsche Premiere der internationalen "TV-Turnoff Week"
  • Unser Mitmach-Krimi "N - Eine Stadt sucht einen Mörder" in Kooperation mit der größten Lokalzeitung vor Ort, der "Kreiszeitung Wesermarsch". Die Auflösung fand "live" während des Stadtfestes im August statt.

Die Aktionsformen reichten von der Predigt zur Fernsehfreien Woche in einer evangelischen Pfarrkirche bis zur "Tatort"-mäßigen Festnahme von "Verbrechern" durch echte Nordenhamer Kriminalbeamte. Das publizistische Echo war jedesmal enorm und die Öffentlichkeit ist davon überzeugt, dass "die Bücherei viel macht."

Einmal im Jahr bemühen wir uns, einen thematischen Schwerpunkt zu setzen. Die Veranstaltungsreihe "Leben mit Kindern" wurde schon erwähnt. Der Leseausweis Unsere seit vielen Jahren stattfindende Sommeraktion mit der Heimatzeitung „Kreiszeitung Wesermarsch“, z.B. „Lagerfeuer-Geschichten“ (2002), „Wir bauen eine Glücksschachtel (für alle kleinen Dinge, die uns glücklich machen)“ (2004), „Kinder stellen ihre Lieblingsbücher vor“ (2005, gemeinsam mit Bürgerrundfunk RadioWSMTv)

Als regelmäßige Werbemaßnahme sei noch erwähnt, dass jedes Jahr die Eltern aller Schulanfänger Post von der Bücherei erhalten.

In bescheidenem Umfang verfügt die Stadtbücherei über ein Corporate Design. Über dem Eingang ist ein riesiges Wandbild, das die Vorlage für unseren Benutzerausweis (rechts) abgibt und auch auf unserer Homepage im Internet zu finden ist.


Präsentation

Die räumliche Austattung der Bücherei ist nicht optimal, vor allem die Kinder- und die Jugendecke sind zu klein. Die Regale werden zur Zeit schrittweise ersetzt, aber gerade im Kinder- und Jugendbereich werden wir noch lange mit weißen Kastenregalen leben müssen.

Inhaltlich orientiert sich die Stadtbücherei Nordenham am alten Modell der dreigeteilten Bibliothek. Es gibt in einem Nebenraum ein offenes Nahmagazin, ein nach SfB klassisch geordneten Mittelbereich und einen Nahbereich mit Ratgeber-, Hobby- und Elternliteratur und mit den Reiseführern. Im weiteren Thekenbereich befindet sich mit der "Cool Corner" unser Angebot für Jugendliche. Dort werden auch die AV-Medien präsentiert (CDs, Software und DVDs).

Im Rahmen des Projektes "Schule und Bibliothek" wurde deutlich, dass eine Umsystematisierung des Kinder- und Jugendbestandes dringend notwendig war. Gerade die Aufstellung der Jugendsachbücher, die sich an der SfB orientierte, war benutzerunfreundlich (J GESCH 200 für "Mittelalter"). Gleichzeitig wollten wir "etwas Farbe" in die Regale bringen.

Nach Bibliotheksbesuchen (z.B. Paderborn) und langen internen Diskussionen entschieden wir uns für die Einführung von Bildersignaturen, wie sie in der Anlage dokumentiert sind. Wir gingen dabei bewußt das Risiko einer Eigenentwicklung ein. Für die Kombination aus Piktogrammen mit Text konnten wir auf keine Vorbilder zurückgreifen. Bei der Einteilung der Sachbücher haben wir uns gezielt nach den Lehrplänen gerichtet. Sachgruppen wie "Ägypten" oder "Naturkatastrophen" gibt es, weil dies Epochenthemen bei WUK (Orientierungsstufe) bzw. GSW (Sek 1) sind. Um viele Einteilungen und Gruppenbezeichnungen haben wir regelrecht gerungen.

Wir würden uns wünschen, dass die ekz oder andere zentrale Einrichtungen diese Grundidee aufgreifen und mit Hilfe professioneller Grafiker ein stimmigeres Gesamtkonzept entwickeln. Die "Bordmittel" einer kleinen Bibliothek sind beschränkt.

Das Echo der Benutzer auf diese farbige Präsentation ist übrigens rundum positiv.


Lean Library

Die Haushalt der Stadtbücherei ist seit mehreren Jahren budgetiert. Der Etat bewegt sich ebenfalls seit Jahren auf gleicher Höhe. Da wir keine Benutzungsgebühren erheben, können zusätzliche Einnahmen nur in beschränktem Umfang über Verzugs- und Internetgebühren erwirtschaftet werden.

Um bei steigenden Buchpreisen möglichst viel Geld für Medien ausgeben zu können, sparen wir bei anderen sachlichen Ausgaben. Wir haben uns weder ein teures Leitsystem geleistet noch teure Präsentationsmöbel. Unser CD-Regal ist second-hand, das DVD-Regal stellte uns eine hiesige Buchhandlung zur Verfügung.

Der Geschäftsgang ist seit langem voll integriert. Von der Übernahme der LIBRI-Bestelldaten in die Datenbank bis zum Signaturetikettendruck auf Zweckformbögen ist alles auf Schnelligkeit und Einfachheit ausgerichtet. Die Buchlaufzeiten liegen bei ein bis zwei Tagen.

In Bezug auf EDV-Einführung hat Nordenham Pionierarbeit geleistet. Wir waren die erste öffentliche Bibliothek überhaupt, die ihren Bestand mit dem Bibliotheksverwaltungsprogramm Allegro-C erfasst hat. Wir haben uns für dieses öffentlich geförderte und gepflegte System ganz bewußt entschieden. Hintergrund waren die völlig überteuerten kommerziellen Systeme, die gerade Anfang der neunziger Jahre keine echte Alternative boten. Heute wird keines dieser Programme mehr gepflegt. Unsere Erfahrungen sind über Jahre hinweg in die Entwicklungsarbeit von Allegro-OEB eingeflossen.

Seit 1993 leihen wir mit Allegro auch aus. Wir hatten allerdings bei Einführung von Allegro-OEB, das von der Büchereizentrale Lüneburg betreut wird, bereits soviele Eigenanpassungen vorgenommen, dass wir von diesem Modul selbst nicht mehr profitieren konnten.

Kultur der Kooperation

Wie im Bereich EDV, so ist es auch in anderen Bereichen unser Anliegen, unsere Erfahrungen und Arbeitsergebnisse anderen Bibliotheken zugänglich zu machen. Die Bildersignaturen wurden -druckfertig auf CD-ROM- schon von über 50 Bibliotheken angefordert. Die CD-ROM "Arbeitshilfen aus Nordenham" enthält nicht nur die Bildersignaturen, sondern auch Dokumentationen zu Spielaktionen und anderen Aktivitäten. Viele dieser Texte sind auch über unsere Homepage zugänglich. Die Stadtbücherei Nordenham gehört daher auch zu den Initiatoren des Bücherei-Wiki (buecherei.netbib.de), das eine Austauschplattform für die bibliothekarische Alltagspraxis sein soll und inzwischen sehr gut genutzt wird. Der Büchereileiter Jochen Dudeck gibt seit Jahren Fortbildungen, unter anderem zu den Themen EDV-Umstellung, Öffentlichkeitsarbeit, Fernleihe übers Internet (wir haben noch mit Btx angefangen!), Lese- und Spielaktionen (zuletzt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „LesenLieben-Lernen“ der bayerischen Fachstellen. Wie im Bereich EDV, so ist es auch in anderen Bereichen unser Anliegen, unsere Erfahrungen und Arbeitsergebnisse anderen Bibliotheken zugänglich zu machen. Die Bildersignaturen wurden -druckfertig auf CD-ROM - schon von über 30 Bibliotheken angefordert. Seit neuesten existiert eine CD-ROM "Arbeitshilfen aus Nordenham", die nicht nur die Bildersignaturen, sondern auch Dokumentationen zu Spielaktionen und anderen Aktivitäten enthält. Viele dieser Texte sind auch über unsere Homepage zugänglich.

 
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